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Brennwerttechnik

 

Definition:

Brennwert ist die Energie, die bei einer vollständigen Verbrennung abgegeben wird, wenn das Abgas bei konstantem Druck bis auf die Bezugstemperatur zurückgekühlt wird. Der Brennwert beinhaltet zusätzlich die durch Kondensation des entstandenen Wasserdampfes freiwerdende Energie, die Kondensationswärme. Früher wurde dieser Wert als "oberer Heizwert" bezeichnet.

Funktionsweise der Brennwerttechnik:

Der Begriff Brennwert ist schwierig für einen Laien zu verstehen, so dass ich versuche, ihn mit Umschreibungen einfach zu erklären. Ein Beispiel: Wird ein mit Wasser gefüllter Kessel auf dem Herd auf 100°C bis zum Sieden erhitzt, so entsteht Wasserdampf. Wenn dieser dann wieder abkühlt (kondensiert), wird die zuvor zugeführte Energie wieder freigesetzt. Das ist der Brennwerteffekt.

Wer selbst im Haus oder in der Wohnung eine Gasetagenheizung oder einen Heizkessel besitzt, wird sich beim Besuch des Schornsteinfegers über die hohen Abgastemperaturen gewundert haben, die durch den Schornstein nach außen getragen werden. Bei Gasheizungen sind in der Regel Temperaturen von 100-130°C üblich. Diese heißen Abgase werden durch einen Gasbrenner erzeugt, am Wärmetauscher durchgeleitet und über Abgasrohre in den Schornstein geleitet. Man spricht hier von herkömmlichen Heizwertgeräten.

Bei einem Gasbrennwertkessel oder -therme werden diese heißen Abgase durch ein zusätzliches Gebläse an einem speziellen Wärmetauscher vorbeigeleitet. Durch diese Umleitung über den Wärmetauscher wird dem Abgas nochmals Wärme entzogen (Kondensation). Die jetzt austretenden Abgase sind nur noch halb so warm. Die entzogene Wärme aus dem Abgas kann der Heizung oder der Warmwasserbereitung zugeführt werden. Somit ist zu erklären, dass der Wirkungsgrad von Brennwertgeräten rechnerisch über 105% liegt.

Die Heizwertgeräte liegen im Durchschnitt zwischen 90-92% Wirkungsgrad, haben also Abgasverluste von 8-10%. Durch rechnerische Addition der Brennwertenergie von 12-15% und dem Wirkungsgrad des Gasgerätes kommt man dann auf einen Wert um circa 105%.

Das aus der Kondensation entstandene Kondensat (bis zu einem Liter pro Stunde), kann bedenkenlos in das Abwassernetz eingeleitet werden. Bei Kesseln mit großer Wärmeleistung ab 50 kW ist je nach Bundesland eine Neutralisation des Kondensatwassers notwendig.

Aufgrund der hohen Abgasfeuchte ist in jedem Fal der Einbau eines neuen Abgasrohres erforderlich. Alle Hersteller von Brennwertgeräten haben eigens dafür zertifizierte Abgassysteme, die vom Schornsteinfeger abgenommen werden müssen. Vor dem Umbau von Heizwertgeräten auf Brennwerttechnik ist eine Vorbescheinigung vom Schornsteinfeger nötig. Anschließend erfolgt nur noch eine CO-Abgasmessung, die jährlich (Land Berlin) vom Schornsteinfüger durchgeführt wird. Die BImsch-Messung entfällt. Es werden also wieder einige Euro gespart!